Blaudruck - sowohl zeitlos als auch modern

Der original burgenländische Blaudruck ist die ursprüngliche burgenländische Arbeitsbekleidung.

Früher hatten die Frauen bei der Hausarbeit den Blaudruck an. Wenn sie dann einkaufen oder in die Kirche gingen, wurde die Schürze umgedreht und man hatte wieder eine saubere Seite vorne.
Im Burgenland stellt nur mehr die Familie Koò, aus Steinberg-Dörfl (Bezirk Oberpullendorf), den original burgenländischen Blaudruck her. Die Koryphäen arbeiten seit 18 Jahren mit der Familie Kóo zusammen.

Seit 2010 ist der Indigo Handblaudruck der Fa. Kóo Teil des immateriellen Kurlturerbes Österreich.

Herstellung Blaudruck

Mit Modeln oder großen Walzen (bei Meterware) wird der Papp aufgetragen. Der Papp ist ein Reservierungsmittel und verhindert das Eindringen des Farbstoffes in die Faser. Danach wird der Stoff auf große Spulen gewickelt und an deren Haken befestigt. Dadurch entstehen am Rand des Stoffes kleine Löcher daran erkennt man die echte Handarbeit.

Die Spulen werden in das Indigo Färbebad, auch Küppe genannt, getaucht und der Farbstoff dringt in die Faser ein. Die Farbpottiche sind im Boden eingelassen, da durch die Erdwärme, die Temperatur konstant gehalten wird. Indigo ist ein reiner Naturfarbstoff. Der gefärbte Stoff kommt gelb aus dem Färbebad und oxidiert dann, während des Trocknungsvorganges zu dem typischen Blau.

Anschließend wird der Stoff in sehr viel Wasser geschwemmt. Einerseits wird der überschüssige Farbstoff, andererseits der Papp ausgewaschen. Nach dem Trocknungsvorgang kann er weiterverarbeitet werden.

Blaudruck Jeans
Die Idee:
Ihre liebgewordenen, gut getragenen, verwaschenen Jeans werden zu neuem Leben erweckt!
Das Verfahren:
In der Blaudruckerei vom Herrn Josef Kóo wird Ihre Jeans in mühevoller Handarbeit mit alten, traditionellen Modeln bedruckt und anschließend mit Indigo gefärbt.
Das Ergebnis:
Ihre Jean ist nach dem bedrucken und färben ein Unikat!

Blaudruck - jetzt "Immaterielles Kulturerbe" (UNESCO)

Familie Kóo

Der Handblaudruck ist ein wichtiger Teil der österreichischen und europäischen Handwerkstradition. Wir freuen uns sehr, dass die Aufnahme in die internationale Liste in der Kooperation mit Traditionsträger*innen aus Deutschland, Slowakei, Tschechien und Ungarn geglückt ist! Die Handwerkstechnik des Blaudrucks ist leider zunehmend vom Verschwinden bedroht, wir hoffen, dass die internationale Würdigung dieser Tradition zu neuen Impulsen und Aufmerksamkeit verhilft“, so Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission.

Unter Handblaudruck versteht man das Färben von zumeist Naturmaterialien mittels einer speziellen Drucktechnik. Die bis zu 250 Jahre alten Holzmodeln zeichnen sich durch regional inspirierte Muster aus. Im 18. und 19. Jahrhundert war die Technik des Blaudrucks in Mitteleuropa stark verbreitet, heute existieren in Europa nur noch wenige Blaudruckwerkstätten, meist Familienbetriebe.

In Österreich existieren nur noch zwei Familienbetriebe: Original Blaudruck Koó (Burgenland) und Blaudruckerei Wagner (Oberösterreich).

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